Psychotherapie | Essen-Werden

Kontakt zu sich selbst verlieren

Den Kontakt zu sich selbst verlieren

Wenn wir eigene Bedürfnisse überhören

Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren, merken wir oft gar nicht, wie sehr wir eigene Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen übergehen.

Stell dir vor, du hast dich mit einer Freundin verabredet.

Es hat lange gedauert, bis es endlich geklappt hat. Immer kam etwas dazwischen. Arbeit, Haushalt, Termine, Müdigkeit.

Und vielleicht warst du auch nicht nur voller Vorfreude. Vielleicht hattest du zwischendurch gedacht: Eigentlich ist gerade alles zu viel. Eigentlich habe ich gar keine Zeit.

Aber jetzt sitzt ihr euch endlich gegenüber.

Sie beginnt zu erzählen. Du hörst kurz zu.

Dann nimmst du dein Handy.

Nur eben eine Nachricht beantworten. Nur schnell etwas nachsehen. Du scrollst. Du googelst. Ein Video. Eine E-Mail. Ein Blick auf die Uhr.

Sie erzählt weiter.

Sie fragt nach. Sie bleibt im Gespräch. Sie lässt nicht locker.

Sie ist eben eine gute Freundin. Manchmal vielleicht auch eine ziemlich hartnäckige.

Und du?

Du bist nicht mehr wirklich da.

Würdest du so mit einer Freundin umgehen?

Wahrscheinlich nicht.

Und trotzdem passiert etwas Ähnliches jeden Tag.

Nicht unbedingt mit anderen Menschen, sondern mit uns selbst. Was wir anderen eher nicht zumuten würden, tun wir uns manchmal selbst an: Wir greifen zum Handy genau in dem Moment, wenn etwas in uns unsere Aufmerksamkeit braucht.

Wenn wir den Kontakt zu uns selbst verlieren

Denn manchmal zeigt sich uns etwas wahrhaft Wichtiges  und wir schauen weg.

Ein Gefühl. Ein Wunsch. Eine tiefe Erschöpfung. Ein Bedürfnis, das schon länger versucht, gehört zu werden.

Möglicherweise schauen wir deshalb weg, weil es von Bedeutung ist.

Denn hinzuhören bedeutet manchmal auch, etwas wahrzunehmen, um das wir uns eigentlich kümmern wollen oder sollten, was wir lieber noch ein bisschen aufschieben würden.

Vielleicht die Erkenntnis, dass wir schon lange nur noch funktionieren. Vielleicht eine Grenze, die längst überschritten ist. Vielleicht die Sehnsucht nach etwas, das in unserem Alltag keinen Platz bekommt.

Und genau hier entsteht oft ein innerer Konflikt.

Ein Teil von uns möchte Verbindung, Nähe oder Veränderung. Ein anderer Teil möchte einfach nur Ruhe. Nicht mehr denken müssen. Nicht noch etwas spüren müssen.

Nicht noch eine Aufgabe haben.

Wenn Ablenkung eine Funktion bekommt

Natürlich spielt auch eine Rolle, wie Smartphones gestaltet sind und warum sie unsere Aufmerksamkeit so leicht binden können. Das ist ein eigenes Thema.

Hier geht es um etwas anderes. Um den Moment, in dem das Smartphone zum Instrument wird, um Abstand zu schaffen.

Es hilft uns, unsere Aufmerksamkeit nach außen zu lenken,  gerade dann, wenn etwas in uns Aufmerksamkeit sucht.

Das Scrollen ist dann nicht einfach nur eine Gewohnheit. Es erfüllt eine Funktion.

Es überbrückt einen Moment. Einen Moment, in dem wir vielleicht spüren würden, was gerade wirklich in uns los ist.

Die spannende Frage ist deshalb nicht nur: Warum verbringe ich so viel Zeit am Smartphone?

Sondern: Wovor bewahrt mich dieses Verhalten gerade? Was möchte ich im Moment nicht wahrnehmen?

Und was versucht schon länger, meine Aufmerksamkeit zu bekommen?

Wieder in Kontakt mit sich selbst kommen

Selbstfürsorge beginnt nicht immer mit einer großen Veränderung.

Manchmal beginnt sie mit einem kurzen Aufblicken. Mit einem Moment, in dem wir wieder zuhören. Nicht, um sofort etwas zu lösen. Nicht, um gleich eine perfekte Antwort zu finden.

Sondern erst einmal, um wahrzunehmen.

Vielleicht mit einer einfachen Frage: 

„Was möchtest du mir eigentlich gerade erzählen?“

Manchmal fällt es schwer, den Kontakt zu sich selbst wiederzufinden. In meiner therapeutischen Praxis begleite ich Menschen dabei, eigene Gefühle, Bedürfnisse und Grenzen besser wahrzunehmen und wieder einen verständnisvollen Umgang mit sich selbst zu entwickeln.

Stressbewältigung und Angsttherapie in Essen -Werden Barbara Leppelt

Hallo, ich bin Barbara Leppelt​

Ich blogge über mentale Gesundheit, weil mir ein gesundes Arbeits- und Lernumfeld sowie eine Gesellschaft am Herzen liegen, in der wir uns gegenseitig unterstützen und psychische Gesundheit genauso wichtig nehmen wie körperliche.

Ich begleite Menschen wie dich dabei, den Druck aus Alltag, Studium und Beruf zu nehmen, um wieder mehr Leichtigkeit und Ausgeglichenheit zu finden. Gemeinsam schauen wir, wie du besser für dich sorgen kannst – ohne das Gefühl zu haben, andere im Stich zu lassen.

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