
Blog-Serie: Teil 1
Brauche ich psychotherapeutische Hilfe? So erkennst du erste Anzeichen
Im Alltag jonglierst du mit einer Vielzahl an Herausforderungen: Beruf, Studium, persönliche Verpflichtungen − alles verlangt deine Aufmerksamkeit. Und manchmal spürst du ganz deutlich, dass dir alles zu viel wird.
Du fragst dich, ob du einfach eine Pause brauchst oder ob mehr dahintersteckt – und ob du psychotherapeutische Hilfe in Betracht ziehen solltest.
Erste Anzeichen von Überforderung: Was du bei dir selbst beobachten kannst
Überforderung zeigt sich bei jedem Menschen anders, aber einige typische Anzeichen können sein:
- Aufgaben, die dir früher leicht von der Hand gingen, fallen dir plötzlich schwer.
- Deine Gedanken kreisen ständig, rauben dir Energie und lenken dich von dem ab, was du eigentlich tun wolltest.
- Obwohl du eigentlich genug schläfst, fühlst du dich erschöpft, unruhig oder ängstlich.
- Du bist häufig unkonzentriert, oder du fühlst dich innerlich „blockiert“.
- Du hast das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder ständig auf der Stelle zu treten.
Diese Symptome können darauf hinweisen, dass du gerade zu viel auf deinen Schultern trägst. Sie bedeuten nicht automatisch, dass du eine Psychotherapie brauchst – aber sie laden dich ein, innezuhalten und hinzuschauen, welche Art von Unterstützung dir jetzt helfen könnte.
Wenn du dich in den genannten Anzeichen wiedererkennst und du noch zögerst Hilfe anzunehmen, kann es sinnvoll sein, darüber nachzudenken, warum es dir schwerfällt, Unterstützung zu suchen. Manchmal gibt es tiefere Gründe, die uns hindern, den nächsten Schritt zu machen.
Warum zögern wir, Hilfe anzunehmen?
Es gibt viele Gründe, warum es uns schwer fällt, Unterstützung zu suchen – auch wenn wir wissen, dass wir sie brauchen könnten. Das ist absolut menschlich:
1. Bedürfnis nach Kontrolle und Autonomie
Vielleicht glaubst du, dass du „stark“ bleiben und alles alleine schaffen musst – nur noch ein bisschen mehr anstrengen, dann wird es schon besser. Doch dieser Anspruch und die Angst, die Dinge aus der Hand zu geben, führen oft nur zu mehr Stress, weniger Klarheit und einem Gefühl der Hilflosigkeit.
2. Angst vor Verletzlichkeit und Ablehnung
Hilfe anzunehmen, fühlt sich manchmal an wie ein Eingeständnis von Schwäche. Dabei zeigt es große Stärke, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen.
3. Überwältigung und Handlungsunfähigkeit
In stressigen Phasen fehlt oft die Energie, den nächsten Schritt zu machen. Alles fühlt sich überwältigend an, und du weißt nicht, wo du anfangen sollst.
4. Geringer Selbstwert und das Gefühl, es nicht zu verdienen
Du hast das Gefühl, dass andere dringender Unterstützung brauchen als du – oder du denkst, du hättest es nicht verdient, dir helfen zu lassen. Doch dein Wohlbefinden ist wichtig, und es lohnt sich, frühzeitig hinzuschauen.
5. Frustration über lange Wartezeiten
Der Gedanke, auf einen Therapieplatz lange warten zu müssen, kann entmutigend sein. Doch es gibt auch kurzfristige Alternativen, die dir helfen können.
Auch wenn diese Gründe verständlich sind, müssen sie dich nicht ausbremsen. Du kannst neue Perspektiven einnehmen:
- Was würde sich ändern, wenn du dir erlaubst, Unterstützung zu suchen?
- Wie könnte dein Alltag aussehen, wenn du dir öfter kleine Pausen gönnst?
- Was könnte passieren, wenn du heute eine Entscheidung triffst, die dir mehr Leichtigkeit gibt?
Was kannst du tun, um dich zu entlasten?
Vielleicht fragst du dich: Wie kann ich den ersten Schritt machen? Es gibt viele Möglichkeiten, dir Unterstützung zu holen – und sie müssen nicht gleich eine langfristige Therapie sein. Beispiele sind:
- Ein Gespräch mit einer vertrauten Person: Manchmal hilft es, Gedanken auszusprechen und sich gesehen zu fühlen oder einfach jemanden an der Seite zu haben, der zuhört und dir Raum gibt, ohne gleich Lösungen anzubieten.
- Beratungsangebote: Viele Organisationen bieten anonyme und kostenlose Unterstützung, die dir erste Impulse geben kann.
- Kurzfristige Unterstützung durch Coaches: Coaching kann eine Möglichkeit sein, um konkrete Herausforderungen anzupacken.
- Psychotherapeutische Hilfe: Wenn du das Gefühl hast, dass dich etwas tiefgehend belastet, kann eine Therapie der richtige Weg sein.
Es geht nicht darum, direkt die perfekte Lösung zu finden. Der wichtigste Schritt ist, Verantwortung für dein Wohlbefinden zu übernehmen und die Option in Betracht zu ziehen, die jetzt für dich am besten passt.
Nimm dir Zeit für dich
Überlege, welche der beschriebenen Anzeichen du bei dir wahrnimmst. Vielleicht hilft dir jetzt gerade etwas zu tun, was dir Freude bereitet, ein Spaziergang, ein inspirierender Song oder ein Gespräch mit jemandem, dem du vertraust. Kleine Schritte können Großes bewirken – und du bist nicht allein auf diesem Weg.
Im nächsten Beitrag dieser Serie schauen wir uns an, wie du die für dich passende Unterstützung findest:
- Welche Beratungs- und Therapieangebote gibt es?
- Wie erkennst du seriöse Angebote?
- Was erwartet dich bei den ersten Schritten?
Bleib dran, sei neugierig – es lohnt sich! Der Weg zu einer für dich stimmigen Unterstützung kann viele neue und hilfreiche Einsichten bereithalten.

Hallo, ich bin Barbara Leppelt
Ich blogge über mentale Gesundheit, weil mir ein gesundes Arbeits- und Lernumfeld sowie eine Gesellschaft am Herzen liegen, in der wir uns gegenseitig unterstützen und psychische Gesundheit genauso wichtig nehmen wie körperliche.
Ich begleite Menschen wie dich dabei, den Druck aus Alltag, Studium und Beruf zu nehmen, um wieder mehr Leichtigkeit und Ausgeglichenheit zu finden. Gemeinsam schauen wir, wie du besser für dich sorgen kannst – ohne das Gefühl zu haben, andere im Stich zu lassen.
Möchtest du mehr über mich und meine Arbeitsweise erfahren?
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