
Blog-Serie: Teil 2
Wie finde ich die richtige Unterstützung? Ein Leitfaden für deine nächste Etappe
Du hast beschlossen, dir Unterstützung zu suchen – das ist ein mutiger Schritt! Aber jetzt tauchen neue Fragen auf: Wie fange ich an? Was passt zu mir? Und vor allem: Wie finde ich die richtige Hilfe?
Der Weg, die richtige psychotherapeutische Unterstützung zu finden, ist genauso individuell wie du selbst, und es gibt keine „falsche“ Entscheidung. Wichtig ist, dass du dich auf dem Weg wohlfühlst und dass er dir hilft, mehr Klarheit und Stabilität zu finden.
Welche Therapeuten bieten psychotherapeutische Unterstützung an?
Es gibt viele Optionen, wenn es darum geht, psychotherapeutische Unterstützung zu finden. Die Wahl des richtigen Therapeuten ist entscheidend für den Erfolg der Behandlung. In diesem Abschnitt erfährst du, welche Fachrichtungen dir bei deinen Herausforderungen helfen können.
- Psychologische Psychotherapeut:innen: Sie haben Psychologie studiert und eine umfangreiche, staatlich geregelte Ausbildung abgeschlossen. Sie arbeiten mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie, analytischer Psychotherapie und systemischer Therapie, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Besonders bei der Behandlung von Ängsten, Depressionen und persönlichen Belastungen kommen ihre strukturierten, evidenzbasierten Ansätze zur Anwendung.
- Ärztliche Psychotherapeut:innen sind Mediziner:innen, die sich zusätzlich auf Psychotherapie spezialisiert haben. Sie haben die Berechtigung, bei Bedarf Medikamente zu verschreiben. Das kann sinnvoll sein, wenn neben der Psychotherapie eine medikamentöse Unterstützung erforderlich ist – etwa bei Depressionen oder Angststörungen. Wie psychologische Psychotherapeut:innen arbeiten auch ärztliche Psychotherapeut:innen häufig auf Basis der Richtlinienverfahren, die von den Krankenkassen finanziert werden.
- Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen müssen einen relevanten Studienabschluss vorweisen, der den Zugang zur psychotherapeutischen Ausbildung ermöglicht. Dies kann z.B. ein Studium der Psychologie, Pädagogik, Sozialpädagogik oder eines verwandten Faches sein. Nach einer speziellen Ausbildung und anschließender Approbation können sie mit Kindern und Jugendlichen psychotherapeutisch arbeiten.
- Heilpraktiker:innen für Psychotherapie: Sie haben keine Approbation, sondern erhalten nach einer Prüfung vor dem Gesundheitsamt die Erlaubnis, Psychotherapie anzubieten. Die Ausbildung ist nicht einheitlich geregelt, jedoch gibt es viele Heilpraktiker:innen, die ein abgeschlossenes Hochschulstudium, z.B. in Psychologie oder Pädagogik, mitbringen. Zudem haben sie sich durch umfangreiche Weiterbildungen in Therapieverfahren und durch jahrelange Erfahrung im psychosozialen Bereich qualifiziert. Oft verfügen sie über spezialisierte Fachkenntnisse, die es ihnen ermöglichen, individuell auf die Bedürfnisse ihrer Klient:innen einzugehen.
Jede dieser Optionen hat ihre eigenen Stärken und kann unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Es ist wichtig, dass du dir Zeit nimmst, um herauszufinden, welche Form der Unterstützung für dich die richtige ist.
Worauf du bei der Auswahl deiner Therapeutin oder deines Therapeuten achten solltest
Die Wahl der richtigen psychotherapeutischen Unterstützung ist eine sehr persönliche Entscheidung. Wenn du die richtige psychotherapeutische Hilfe finden möchtest, ist es wichtig, auf bestimmte Faktoren zu achten – vor allem auf die Qualifikationen und die Methodik des Therapeuten. Hier sind einige Aspekte, die dir bei deiner Entscheidung helfen können:
1. Vertrauen und Sympathie
Du solltest dich sicher und verstanden fühlen. Achte darauf, wie du dich beim ersten Gespräch fühlst – ist die Chemie stimmig? Kannst du dich öffnen und frei sprechen? Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen dir und deinem Therapeuten ist entscheidend für den Erfolg der Therapie.
2. Qualifikationen und Erfahrung
Schau dir an, welche Ausbildungen und praktischen Erfahrungen der Therapeut mitbringt. Besonders dann, wenn du spezifische Anliegen hast, wie etwa Ängste oder beruflichen Stress, kann es hilfreich sein, jemanden zu finden, der in diesen Bereichen besonders qualifiziert ist.
3. Deine Ziele
Überlege dir, was du von der psychotherapeutischen Unterstützung erwartest. Möchtest du kurzfristige Entlastung oder eine tiefere, langfristige Veränderung? Deine Ziele können die Wahl der richtigen Therapie beeinflussen, da einige Therapeuten eher auf kurzfristige Lösungen ausgerichtet sind, während andere einen langfristigen, offenen Ansatz verfolgen.
So erkennst du seriöse Angebote für psychotherapeutische Hilfe
Der Weg zur richtigen Unterstützung kann manchmal unübersichtlich erscheinen. Hier sind einige Tipps, die dir helfen können, seriöse Angebote zu finden:
- Empfehlungen einholen: Sprich mit deinem Hausarzt, anderen Fachärzt:innen oder vertrauten Personen. Empfehlungen aus deinem Umfeld können die Auswahl erleichtern.
- Akutbehandlung: Wenn du sehr dringend Unterstützung benötigst, sind Notfallambulanzen oder psychiatrische Kliniken eine hilfreiche Anlaufstelle.
- Offizielle Plattformen nutzen: Die Psychotherapeutenkammern und kassenärztlichen Vereinigungen bieten eine Online-Suche an, mit denen du einen Therapeuten in deiner Region finden kannst. Auch der Patientenservice unter der Nummer 116117 kann dir weiterhelfen.
- Unterstützung durch die Krankenkasse: Deine Krankenkasse bietet Unterstützung bei der Suche nach einem Therapeuten, der von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird.
- Beratungsstellen: Wenn du noch nicht genau weißt, welche Art der Unterstützung du benötigst, können Beratungsstellen eine gute erste Anlaufstelle sein. Sie bieten oft schnelle Gespräche und helfen dir, den nächsten Schritt zu planen.
Wie du die richtige psychotherapeutische Unterstützung für dich findest
Wenn du dir überlegst, welche psychotherapeutische Hilfe für dich am besten passt, gibt es verschiedene Faktoren, die deine Wahl beeinflussen können. Einer davon ist, ob du die Therapie im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung oder privat finanzieren möchtest. Dieser Aspekt kann deine Entscheidung maßgeblich beeinflussen.
Therapeuten mit Kassenzulassung unterliegen strengen Vorgaben hinsichtlich ihrer Ausbildung und Qualifikation sowie der Durchführung ihrer Therapie, was dir eine besonders hohe Garantie für qualitätsgesicherte, wissenschaftlich fundierte Behandlungen bietet.
Möchtest du hingegen eine schnellere Terminfindung oder eine flexiblere Wahl der Therapieoptionen, könnten Selbstzahlerpraxen eine interessante Alternative sein. Diese Praxisformen – etwa bei Psychotherapeut:innen ohne Kassensitz oder bei Heilpraktiker:innen für Psychotherapie – ermöglichen oft eine zügigere Aufnahme. Hierbei ist es jedoch wichtig, die Qualifikationen und Erfahrungen der jeweiligen Therapeut:innen genau zu prüfen, um sicherzustellen, dass ihre Expertise gut zu deinen Bedürfnissen passt.
Es gibt keine falsche Entscheidung
Die richtige psychotherapeutische Unterstützung zu finden, ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden. Es erfordert Mut, Hilfe zu suchen – und es gibt keinen „perfekten“ Weg. Wichtig ist, dass sich die Unterstützung für dich richtig anfühlt und deinen individuellen Bedürfnissen, Zielen und Möglichkeiten entspricht. Nimm dir Zeit, um die richtige Hilfe zu finden, damit du mehr Klarheit und Stabilität gewinnst.
Fortsetzung folgt – Bleib dran!
Im nächsten Beitrag dieser Serie schauen wir uns an, was du im ersten Gespräch mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin erwarten kannst und wie du herausfindest, ob es die richtige Wahl für dich ist. Bleib neugierig!

Hallo, ich bin Barbara Leppelt
Ich blogge über mentale Gesundheit, weil mir ein gesundes Arbeits- und Lernumfeld sowie eine Gesellschaft am Herzen liegen, in der wir uns gegenseitig unterstützen und psychische Gesundheit genauso wichtig nehmen wie körperliche.
Ich begleite Menschen wie dich dabei, den Druck aus Alltag, Studium und Beruf zu nehmen, um wieder mehr Leichtigkeit und Ausgeglichenheit zu finden. Gemeinsam schauen wir, wie du besser für dich sorgen kannst – ohne das Gefühl zu haben, andere im Stich zu lassen.
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