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Wie du dir bewusst Zeitinseln im Alltag schaffst – und warum das gar nicht so schwer ist

Es ist eine der Fragen, die mir immer wieder gestellt wird: „Wie schaffe ich es, mir bewusst Zeitinseln im Alltag einzurichten?“ Und ich muss zugeben, dass ich anfangs selbst ziemlich unbefriedigende Antworten darauf hatte. Denn in meiner eigenen Geschichte war genau dies ein ständiges Ringen, Me-Time in meinen Kalender zu bekommen – obwohl ich es unbedingt wollte.

Ich erinnere mich an eine Zeit, als ich mit einem Coach zusammenarbeitete, und wir uns darauf einigten, dass ich mir regelmäßig Zeitinseln für mich selbst einplane – eine Stunde Me-Time, jeden Sonntag um 14 Uhr. Das sollte doch wohl zu schaffen sein, oder!? Doch was passierte? Es kam immer etwas dazwischen – ein Anruf, eine Nachricht oder der Staubsauger, der ebenfalls seine Zeit beanspruchte. Der Sonntag war einfach nicht der ideale Zeitpunkt, um regelmäßig Me-Time zu genießen.

Aber anstatt aufzugeben und das Thema „Me-Time“ zu verwerfen, fand ich kleinere Lösungen, um Zeitinseln in meinen Alltag zu integrieren. Und siehe da – es funktionierte immer besser, je mehr ich den Druck herausnahm und mir kleine, flexible Pausen gönnte.

Warum Zeitinseln im Alltag so wertvoll sind

Das Leben ist nun mal zeitlich gut ausgelastet – mit Arbeit, Familie und vielen kleinen und großen Aufgaben, die Tag für Tag erledigt werden wollen. In diesem Trubel kann es sich anfühlen, als sei Me-Time ein Luxus oder nur ein Fernziel, das kaum erreichbar ist. Dabei gibt es einen ganz einfachen Ansatz: Zeitinseln im Alltag müssen nicht riesengroß oder perfekt geplant sein. Sie können in den kleinen Momenten versteckt sein, die den Tag leichter und entspannter machen.

Ich habe gelernt, dass nicht immer viele Stunden Auszeit den Unterschied machen, sondern die kleinen Pausen, in denen wir bewusst eine Zeit innehalten. Diese kleinen Inseln im Alltag geben uns die dringend benötigte Kraft.

5 einfache Ideen, wie du Zeitinseln im Alltag für dich entdeckst

1. Die stille Kraft des Wartens

Wir alle warten regelmäßig – sei es der Bus, die U-Bahn oder beim Einkaufen. Anstatt diese Zeit als „verloren“ zu betrachten, kannst du sie zu einer wertvollen Zeitinsel machen. Ein paar Minuten tief durchatmen, den Moment bewusst wahrnehmen und dabei den Stress loslassen. Schon entsteht eine kleine Auszeit.

2. Dein Tee oder Kaffee – gönn dir mehr als nur einen Schluck

Wie oft trinken wir unseren Tee oder Kaffee „nebenbei“ – beim E-Mail-Beantworten oder während eines Gesprächs? Gönn dir bewusst eine kleine Zeitinsel, indem du deine Tasse Tee oder Kaffee mit allen Sinnen genießt. Den Duft einatmen, die Wärme spüren und den Moment ganz für dich nutzen.

3. Musik beim Kochen – eine kleine Auszeit

Nach einem anstrengenden Tag kann sich Kochen schon einmal wie eine Pflicht anfühlen. Aber mit der richtigen Musik wird es zu deiner Zeitinsel, die dir hilft, den Alltag hinter dir zu lassen. Mach deine Lieblingslieder an, tanze drauf oder lass dich einfach von den Klängen treiben. Deine Küche wird zur kleinen Energiezentrale.

4. Die 10-Minuten-Pause – Schlüssel zur Entspannung

Es muss nicht immer eine Stunde sein. Kleine Pausen können unglaublich effektiv sein. 10 Minuten, in denen du dich einfach hinsetzt, den Blick nach außen richtest oder ein paar Atemübungen machst – schon bist du wieder etwas entspannter. Diese kurzen Auszeiten helfen dir, fokussiert und erfrischt weiterzumachen. Und wenn es mal nur 5 Minuten sind? Auch gut! Selbst zwei bis drei tiefe Atemzüge, ein Stück Schokolade oder ein lockeres Schulterkreisen können wahre Wunder wirken – du verstehst schon, was ich meine. Also, lass deiner Kreativität freien Lauf, gönn dir eine kleine Pause und mach einfach das, was dir im Moment guttut!

5. Flexibilität ist der Schlüssel – auch bei der Me-Time

Der ursprüngliche Plan, mir sonntags um 14 Uhr feste Me-Time zu gönnen, war zu starr. Flexibilität ist entscheidend, wenn es um Zeitinseln im Alltag geht. Du kannst jederzeit und überall kleine Pausen einlegen, sei es während eines Spaziergangs oder beim Warten auf den Bus. Wichtig ist, dass du diese Auszeiten als wertvolle Momente für dich erkennst.

Zeitinseln im Alltag – deine kleinen Kraftzentralen

Es geht nicht darum, es besonders gut zu machen oder die „perfekte“ Me-Time zu finden. Vielmehr geht es darum, regelmäßig Zeitinseln im Alltag zu schaffen, die dir helfen, im hektischen Leben Kraft zu finden. Diese kleinen Auszeiten haben eine große Wirkung – sie lassen dich aufatmen, deine Gedanken ordnen und neue Energie tanken.

Vielleicht hast du auch schon mal versucht, feste Zeiten im Kalender einzuplanen – und dir danach ein schlechtes Gewissen gemacht, wenn es nicht immer geklappt hat. Einfacher und hilfreicher ist es, die Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen. Jede kleine Pause ist ein wertvoller Moment der Selbstfürsorge.

Also, warum nicht gleich heute damit anfangen? Schau, welche kleinen Oasen du in deinem Alltag finden kannst. Wer weiß – vielleicht ist die nächste Zeitinsel schon da, während du auf den nächsten Bus wartest.

Barbara Leppelt

Hallo, ich bin Barbara Leppelt​

Ich blogge über mentale Gesundheit, weil mir ein gesundes Arbeits- und Lernumfeld sowie eine Gesellschaft am Herzen liegen, in der wir uns gegenseitig unterstützen und psychische Gesundheit genauso wichtig nehmen wie körperliche.

Ich begleite Menschen wie dich dabei, den Druck aus Alltag, Studium und Beruf zu nehmen, um wieder mehr Leichtigkeit und Ausgeglichenheit zu finden. Gemeinsam schauen wir, wie du besser für dich sorgen kannst – ohne das Gefühl zu haben, andere im Stich zu lassen.

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